Challenge: 100 Tage Portugiesisch schreiben (Teil 2)

Gestern lief – endlich – der Zeitraum meiner Challenge ab. Da in der Zwischenzeit das Semester gestartet ist, hat sich mein Schnitt von ca. 200 Wörtern pro Tag aus dem ersten Teil nicht halten lassen. In der zweiten Hälfte sind es "nur" ca. 100 Wörter pro Tag geworden, einschließlich von 7 Fehltagen und einer ganzen Reihe von Sparflammen-Einträgen. Ich will sagen, die Qualität des Sprachtrainings ließ nach, weil ich oft notierte, was mir automatisch einfiel, statt neue grammatische Formen zu üben oder Texte zu kommentieren oder sowas.

Um nicht "0" notieren zu müssen, schrieb ich oft nur, was ich an dem Tag gemacht hatte. Wie zum Beispiel am 23. Oktober: Hoje também trabalhei muito. Preparei o primeiro teste de Alemão e a revisão dele. Depois li a tradução inglêsa do texto “A sentença” do Kafka. No fim do dia deu a aula do meu môdulo de Teorías. [Heute habe ich wieder viel gearbeitet. Ich habe die erste Deutsch-Klausur vorbereitet sowie die Wiederholungssitzung dafür. Dann habe ich die englische Übersetzung des Textes "Das Urteil" von Kafka gelesen. Am Ende des Tages habe ich die (erste) Sitzung meines Unterrichts im Modul Theorien (der Literatur) durchgeführt.]

Sowas trainiert keine neuen Strukturen, aber es dient auf jeden Fall der Automatisierung. Wie es mir praktisch keine Mühe mehr macht, so etwas zu notieren, ist es eben auch mündlich – ohne langes Überlegen – relativ einfach für mich zu sagen, was ich gemacht habe. Insgesamt bin ich auf  15400 Wörter gekommen. Sprich: 154 Wörter pro Tag. 

Mittlerweile bin ich auch wieder in einem Portugiesisch-Kurs. Ich wiederhole den B2-Kurs, in dem ich mich jetzt viel wohler fühle als beim ersten Mal. Durch meine Schreibroutine war es ziemlich naheligend, dass das, was ich zuletzt besser verstanden hatte an grammatischen Regeln im Unterricht, auch gleich schreibend angewendet und so gefestigt habe. Wer weiß, vielleicht werde ich den Konjunktiv ja doch noch meistern, den die Portugiesen in drei Varianten (Präsens, Imperfekt und Futur) in ihre Sätze einstreuen?

Bei alledem hat mich übrigens – nerd mode: on – super motiviert, dass die Textdateien in meinem Homeserver synchronisiert wurden (Handy und zwei Laptops). Das ganze Tracking und Visualisieren brauchte keinen App-Account und nichts. Es war mit einem simplen Bash-Befehl (wordcount) und zwei Skripten in Linux zu bewerkstelligen: eins zum Erstellen der csv-Datei aus dem wordcount-Output (der in einem Loop über alle Dateien läuft) und auf Basis dieser csv-Datei ein Python-Skript zum Erstellen der aktuellen Grafik:

Ich finde es so befriedigend zu sehen, dass man für sowas nicht viel programmieren können muss und das alles unter Linux mit Bordmitteln machen kann. Das Python-Skript habe ich nicht selbst geschrieben, aber auch keine KI benutzt. Dank der ersten 100 Seiten Python-Crashkurs, die ich mal gemacht habe, habe ich lediglich gewusst, was ich suche (Visualisierung von Daten in Tabellenform bzw. csv mithilfe von Python) und konnte ein vorhandenes Skript aus dem Netz anpassen. Meine erste Real-Life-Python-Anwendung. Juhuu! 😎🥳🤩